travailsaisonnier.com
Emploi saisonnier · Seasonal jobs · Saisonarbeit
⌂ Startseite

Saisonarbeit in Irland: Tourismus, Landwirtschaft, Rechte und Genehmigungen

Irland sucht Saisonkräfte vor allem für den Sommertourismus am Wild Atlantic Way, in Kerry, Galway und Dublin sowie für die Erdbeeren aus Wexford und die Pilzzucht – mit freiem Zugang für EU-Bürger und Arbeitsgenehmigungen für alle anderen.

Saisonarbeit in Irland: Tourismus, Landwirtschaft, Rechte und Genehmigungen

Diese Seite in anderen Sprachen: Français · English · Español

Welche Saisonarbeit gibt es in Irland?

Die irische Saisonarbeit wird von Tourismus und Hotellerie dominiert, die von Mai bis September deutlich anziehen. Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Festivals, Golfplätze und der Handel zum Jahresende ergänzen das Angebot an befristeten Verträgen.

Arbeitssprache ist Englisch – das lockt viele junge Europäerinnen und Europäer, die ihre Sprachkenntnisse verbessern wollen. Am häufigsten sind Stellen als Kellner, Barkeeper, Koch, Zimmermädchen, Rezeptionistin oder Guide, in touristischen Pubs oft mit ordentlichem Trinkgeld.

Regionen und Branchen

Die Westküste entlang des Wild Atlantic Way bündelt den Tourismus: Killarney und Dingle in Kerry, Galway und Connemara, das County Clare mit den Cliffs of Moher sowie Westport im County Mayo. Auch Dublin und Cork stellen für den Sommer ein.

Saisonlandwirtschaft gibt es in Wexford, bekannt für seine Erdbeeren, im Norden des County Dublin für Gemüse und in den Countys Monaghan und Cavan für Pilze, die ganzjährig gezüchtet werden. Auch Kartoffeln und Getreide beschäftigen Erntetrupps.

Kalender der irischen Saisons

Die Tourismussaison wird von Jahr zu Jahr länger und reicht an der Westküste von Ostern bis Oktober. Die Landwirtschaft bietet kürzere Zeitfenster – mit Ausnahme der Pilze, die durchgehend produziert werden.

TätigkeitZeitraumRegionen
KüstentourismusApril bis OktoberKerry, Galway, Clare, Mayo
ErdbeerenMai bis SeptemberWexford
FreilandgemüseMai bis OktoberNorden des County Dublin
Festivals und EventsJuni bis SeptemberDublin, Galway, Kilkenny
PilzeGanzjährigMonaghan, Cavan
WeihnachtsgeschäftNovember bis DezemberGroßstädte
Dublin und die Großstädte

Dublin bietet viele Saisonjobs in Hotellerie, Gastronomie und Eventbranche, doch Wohnraum ist dort sehr teuer und knapp. Eine Saison in einer Tourismusregion mit gestellter Unterkunft rechnet sich oft mehr als ein befristeter Job in der Hauptstadt.

Wer darf in Irland saisonal arbeiten?

Irland ist Mitglied der Europäischen Union, gehört aber nicht zum Schengen-Raum. EU-Bürger arbeiten dort frei, Briten profitieren von der Common Travel Area, und alle anderen Staatsangehörigen brauchen eine Arbeitserlaubnis oder eine spezielle Genehmigung.

EU-Bürger und Briten

Staatsangehörige der EU, des EWR und der Schweiz arbeiten ohne Genehmigung. Britische Staatsbürger behalten dieses Recht dank der Common Travel Area. Alle brauchen eine PPSN (Personal Public Service Number), um korrekt bezahlt und besteuert zu werden.

Staatsangehörige außerhalb des EWR

Alle anderen benötigen eine Arbeitserlaubnis des Ministeriums für Unternehmen, Tourismus und Beschäftigung, oft verbunden mit Gehaltsschwellen und einer Arbeitsmarktprüfung. Für gering qualifizierte Saisonjobs eignen sich diese Genehmigungen kaum.

Das Gesetz über Arbeitsgenehmigungen von 2024 sieht eine eigene Saisonarbeitserlaubnis vor; ob sie für die jeweilige Branche geöffnet ist, sollte man beim Ministerium prüfen. Junge Menschen aus Partnerländern können zudem ein Working-Holiday-Visum nutzen.

Internationale Studierende

Studierende von außerhalb des EWR, die in einem anerkannten Studiengang eingeschrieben sind, dürfen während des Semesters in Teilzeit und in bestimmten, von der Einwanderungsbehörde festgelegten Ferienzeiten in Vollzeit arbeiten – das deckt einen Teil der Sommersaison ab.

Lohn und Arbeitsbedingungen

Das irische Arbeitsrecht gilt für alle Beschäftigten, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Ein nationaler Mindestlohn ist für alle Arbeitgeber verbindlich; er wird jedes Jahr zum 1. Januar angepasst, und für unter 20-Jährige gibt es reduzierte Sätze.

Urlaub und Arbeitszeit

Beschäftigte erwerben bezahlten Urlaub im Verhältnis zur geleisteten Arbeitszeit, bis zu vier Wochen pro Jahr. Die durchschnittliche Arbeitszeit darf – über einen Bezugszeitraum berechnet – 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten, abgesehen von geregelten Ausnahmen.

Trinkgeld und Service

Das irische Recht verpflichtet Arbeitgeber, ihre Regeln zur Verteilung von Trinkgeldern auszuhängen, und verbietet, damit den Grundlohn aufzustocken. Das ist in touristischen Pubs und Restaurants wichtig, wo Trinkgelder einen echten Teil des Einkommens ausmachen.

Steuern und PPSN

Ohne PPSN und ohne Registrierung beim Finanzamt unterliegt man der deutlich höheren Notfallbesteuerung (Emergency Tax). Deshalb sollte man die Formalitäten gleich nach der Ankunft angehen und sich zu viel gezahlte Steuern am Jahresende gegebenenfalls erstatten lassen.

Schritte zu einer Saison in Irland

Irische Arbeitgeber stellen für den Sommer oft zwischen Februar und April ein. Frühe Bewerbungen mit einem englischen, auf den Tourismus zugeschnittenen Lebenslauf haben deutlich bessere Chancen.

  1. Die gewünschte Tourismus- oder Agrarregion und den Arbeitszeitraum festlegen.
  2. Einen einseitigen englischen Lebenslauf ohne Foto schreiben, mit Schwerpunkt auf Serviceerfahrung.
  3. Über EURES nach Angeboten suchen und eine EURES-Beraterin oder einen EURES-Berater im eigenen Land kontaktieren.
  4. Ab Februar Hotels, Pubs und Betriebe in der Zielregion direkt anschreiben.
  5. Einen schriftlichen Vertrag mit Stundenlohn, Arbeitszeiten, Unterkunft und Trinkgeldregelung einholen.
  6. Nach der Ankunft eine PPSN beantragen und sich beim Finanzamt registrieren.
  7. Ein Bankkonto eröffnen und die Lohnabrechnungen aufbewahren.

Fehler und Betrugsmaschen, die Sie vermeiden sollten

Die irische Wohnungskrise hat betrügerische Anzeigen und schlecht bezahlte Jobs begünstigt. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich die meisten Enttäuschungen vermeiden, von denen Saisonkräfte berichten.

Budget und Unterlagen

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Posten für eine Saison in Irland zusammen. Die Unterkunft bleibt der größte Kostenfaktor – deshalb lohnen sich Stellen mit Unterkunft in den Regionen.

PunktRegel oder RichtwertZu prüfen
MindestlohnJedes Jahr zum 1. Januar angepasstAktueller Stundensatz
HöchstarbeitszeitDurchschnittlich 48 StundenDienstplan und bezahlte Stunden
UnterkunftIn Städten knapp und teuerGestellt oder nicht
PPSNPflichtTermin gleich nach der Ankunft
UnterlagenReisepass oder Personalausweis, Adresse, KontoGenehmigung für Nicht-EWR-Bürger
Wohnen während der Saison

In Kerry, Clare oder Mayo bieten viele Hotels Personalzimmer gegen Abzug vom Lohn an. Zu klären ist, ob das Zimmer geteilt wird, was inbegriffen ist und was passiert, wenn der Vertrag früher endet.

Häufige Fragen

Diese Antworten betreffen die häufigsten Fragen von Europäerinnen und Europäern sowie Staatsangehörigen anderer Länder, die einen Arbeitssommer in Irland planen.

Braucht man sehr gutes Englisch?

Für Service und Rezeption werden gute Englischkenntnisse im Gespräch erwartet. In der Küche, im Housekeeping oder auf dem Feld reicht oft ein mittleres Niveau. Die Saison ist ohnehin eine gute Gelegenheit, schnell dazuzulernen.

Brauchen Deutsche, Österreicher oder Schweizer ein Visum für Irland?

Nein. Staatsangehörige der EU, des EWR und der Schweiz arbeiten in Irland frei, ohne Visum und ohne Genehmigung. Für die Einreise genügt ein gültiger Personalausweis; man braucht jedoch eine PPSN, um angemeldet und korrekt besteuert zu werden.

Kann man erst in Irland und dann in Nordirland arbeiten?

In Irland ja, wenn man EU-Bürger ist – Nordirland gehört jedoch zum Vereinigten Königreich: EU-Bürger ohne britischen Aufenthaltsstatus brauchen dort ein Visum. Irische und britische Staatsangehörige bewegen sich und arbeiten auf beiden Seiten frei.

Gehören die Trinkgelder den Beschäftigten?

Ja. Das Gesetz verbietet dem Arbeitgeber, Trinkgelder und Servicegebühren zur Erreichung des vertraglichen Lohns zu verwenden, und verpflichtet ihn, seine Verteilungsregeln auszuhängen. Beschäftigte können eine nicht regelkonforme Verteilung bei den zuständigen Stellen anfechten.

Wo Sie diese Jobs finden

Offizielle und rechtliche Quellen