Saisonjob als Koch in Deutschland: Stellen, Saisonzeiten und Lohn
In Deutschland bedeutet ein Saisonjob als Koch, die Küchenbrigade eines Hotels oder Ausflugslokals in der Sommersaison an Küsten und Seen oder in der Wintersaison in den bayerischen Alpen zu verstärken, von der Küchenhilfe bis zum Chef de Partie.

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Saisonjob als Koch: Welche Stellen gibt es?
Saisonbetriebe suchen Personal für jede Position der Küchenbrigade: Commis, frisch ausgelernte Jungköchinnen und Jungköche, Chef de Partie und Sous-Chef, aber auch Beiköche, Küchenhilfen und Spülkräfte. Die Anzeigen richten sich nach Erfahrung und Ausbildung der Bewerber.
Die Arbeit umfasst Mise en Place, À-la-carte-Küche, Frühstücksbuffets und Bankette. In Ferienhotels mit Halbpension werden abends mehrgängige Menüs für Hunderte Gäste zubereitet, was in der Stoßzeit des Abendservice erheblichen Druck in der Küche erzeugt.
Wo kocht man in der Saison?
Im Sommer fehlen Köche vor allem in Hotels auf den Nord- und Ostseeinseln, am Bodensee, an den bayerischen Seen, im Schwarzwald und in der Sächsischen Schweiz. Im Winter verlagert sich die Nachfrage in die bayerischen Alpenorte und ins Sauerland.
Berggasthöfe, Hütten und Almhütten stellen zudem für die Wandersaison ein. Oktoberfest, Volksfeste und Weihnachtsmärkte beschäftigen viele Köche mit kurzen, aber sehr intensiven Verträgen, oft einschließlich später Abend- oder früher Morgenschichten.
Saisonzeiten in der Küche
Sommerverträge laufen meist von Mai bis Oktober, Winterverträge von Dezember bis April. Küchen öffnen oft ein bis zwei Wochen vor den ersten Gästen für Einrichtung und Einarbeitung, was die tatsächliche Vertragsdauer etwas verlängert.
Körperliche Belastung in der Küche
Hitze, langes Stehen, schweres Heben und hohes Tempo gehören zum Alltag. Geteilte Dienste sind verbreitet, mit frühem Beginn zum Frühstück und spätem Ende nach dem Abendservice, in der Hochsaison oft sechs Tage pro Woche über mehrere Monate.
Wer kann als Saisonkoch arbeiten?
Staatsangehörige der EU, des EWR und der Schweiz arbeiten ohne Erlaubnis. Eine Kochausbildung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, bestimmt aber Position und Lohn. Grundkenntnisse in Deutsch helfen erheblich beim Verständnis von Rezepturen, Allergenlisten und Anweisungen in der Küche.
Möglichkeiten für Köche aus Drittstaaten
Die Westbalkanregelung erlaubt Staatsangehörigen der sechs Westbalkanstaaten die Arbeit in Deutschland mit verbindlichem Arbeitsplatzangebot und Vorabzustimmung der Bundesagentur, ohne anerkannte Qualifikation. Das Kontingent liegt trotz Kürzungsplänen weiter bei 50.000 Zustimmungen pro Jahr.
§ 15d der Beschäftigungsverordnung ermöglicht eine kontingentierte Beschäftigung von bis zu acht Monaten innerhalb von zwölf, vorbehalten für tarifgebundene Arbeitgeber. Der Betrieb trägt die Reisekosten, und die Bundesagentur legt das Kontingent nach Bedarf fest.
Ausgebildete Köche aus Drittstaaten können nach Anerkennung oder Bewertung ihrer Ausbildung einen Aufenthaltstitel als Fachkraft anstreben. Mit Working-Holiday-Visum, meist im Alter von 18 bis 30 Jahren, sind Stellen als Küchenhilfe während des Aufenthalts möglich.
Saisonvertrag und Sozialabgaben
Die meisten Saisonköche schließen einen befristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag. Die beitragsfreie kurzfristige Beschäftigung, begrenzt auf drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr, betrifft vor allem Studierende oder Aushilfen für einzelne Veranstaltungen.
Hygiene und Lebensmittelsicherheit
Vor dem Umgang mit Lebensmitteln ist die Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz Pflicht. Der Arbeitgeber wiederholt die Schulung danach jährlich und setzt ein HACCP-Konzept um, das von der örtlichen Lebensmittelüberwachung regelmäßig kontrolliert wird.
Lohn und Tarifverträge im Gastgewerbe
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 2026 brutto 13,90 Euro pro Stunde und 2027 14,60 Euro. Die regionalen Tarifverträge des Hotel- und Gaststättengewerbes sehen für ausgebildete Köche höhere Entgeltgruppen vor, mit Unterschieden je nach Bundesland und Berufserfahrung.
Überstunden sind nach Vertrag oder Tarifvertrag zu bezahlen oder durch Freizeit auszugleichen. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sind innerhalb bestimmter Grenzen steuerlich begünstigt, was das Nettoeinkommen in der Hochsaison spürbar verbessert.
Personalunterkunft und Verpflegung
Saisonhotels stellen oft Personalzimmer und Mahlzeiten während der Dienste. Abzüge dürfen die Sachbezugswerte 2026 nicht übersteigen, also 285 Euro monatlich für Unterkunft und 345 Euro für Verpflegung, und müssen im Arbeitsvertrag schriftlich festgehalten sein.
Geregelte Arbeitszeit
Höchstens acht Stunden täglich sind erlaubt, bis zu zehn, wenn im Durchschnitt von sechs Monaten acht Stunden eingehalten werden. Die elfstündige Ruhezeit darf im Gastgewerbe auf zehn Stunden verkürzt werden, wenn zeitnah ein Ausgleich erfolgt.
Budget und Unterlagen für eine Küchensaison
Die Tabelle fasst Beträge und Unterlagen zusammen, die vorab geklärt sein sollten. Die gesetzlichen Werte gelten für 2026; der tatsächliche Lohn hängt vor allem von Qualifikation, regionalem Tarifvertrag und den geleisteten Wochenstunden ab.
| Posten | Wert oder Unterlage | Hinweis |
|---|---|---|
| Mindestlohn | 13,90 €/Std. brutto (2026) | Tarifgruppen oft höher |
| Personalzimmer | höchstens 285 €/Monat Abzug | Sachbezugswert 2026 |
| Verpflegung | höchstens 345 €/Monat Abzug | Während der Dienste |
| Hygienebelehrung | nach § 43 IfSG | Vor dem ersten Arbeitstag |
| Abschlusszeugnis | Kopie und Übersetzung | Wichtig für die Eingruppierung |
| Nationales Visum | 75 € | Westbalkan oder § 15d |
So findet man eine Saisonstelle als Koch
Hotels planen ihre Brigaden Monate im Voraus, vor allem auf den Inseln, wo Wohnraum knapp ist. Mit den folgenden Schritten lassen sich passende Betriebe gezielt ansprechen und klare Verträge vor der Anreise aushandeln.
- Eigene Stufe (Küchenhilfe, Commis, Jungkoch, Chef de Partie) und gewünschte Saison festlegen.
- Lebenslauf mit Foto, bisherigen Stationen und kulinarischen Schwerpunkten erstellen.
- Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, EURES, Gastro-Jobportale und Karriereseiten von Hotelketten nutzen.
- Drittstaatsangehörige klären den Weg (Westbalkan, § 15d, anerkannte Qualifikation); der Arbeitgeber leitet ihn ein.
- Lohn, Tarifvertrag, Arbeitszeiten, freie Tage und Zimmer schriftlich vereinbaren.
- Vor Arbeitsbeginn die Hygienebelehrung absolvieren.
- Nach Ankunft Wohnsitz anmelden und Steuer-ID sowie IBAN weitergeben.
Typische Stolperfallen in der Saisonküche
Konflikte entstehen meist durch nicht erfasste Überstunden, den Zustand der Personalzimmer und mündliche Zusagen, die später nicht eingehalten werden. Die folgenden Vorsichtsmaßnahmen senken das Risiko während der gesamten Saison deutlich.
- Ein pauschales Monatsgehalt ohne Erfassung der tatsächlichen Stunden akzeptieren.
- Nicht prüfen, welcher Tarifvertrag gilt.
- Ein Zimmer unterschreiben, ohne Zustand und genaue Kosten zu kennen.
- Einem Vermittler Geld für Visum oder Stelle zahlen.
- Ohne Hygienebelehrung arbeiten und ein Bußgeld riskieren.
- Ohne Kündigung gehen, was zu Abzügen führen kann.
Braucht man für die Küche eine Ausbildung?
Für Küchenhilfe oder Commis nicht, für Stellen als Koch oder Chef de Partie in der Praxis schon. Ein ausländischer Abschluss hilft auch ohne formale Anerkennung, eine höhere Eingruppierung im Tarifvertrag des Arbeitgebers auszuhandeln.
Wie viel verdient ein Saisonkoch?
Zum Mindestlohn und bei 40 Wochenstunden ergeben sich rund 2.400 Euro brutto im Monat. Ausgebildete Köche mit Tariflohn verdienen in der Regel mehr, dazu kommen mögliche Sonntags- oder Nachtzuschläge und eine vergünstigte Personalunterkunft.
Reicht Englisch in der Küche?
In großen internationalen Hotels kann Englisch genügen. In Familiengasthöfen und traditionellen Küchen dominiert Deutsch, besonders bei Rezepturen, Allergenen und Hygieneregeln. Niveau A2 erleichtert die Eingliederung in die Brigade in den ersten hektischen Wochen deutlich.
Kann man nur für ein Fest eingestellt werden?
Ja. Oktoberfest, Bierfeste und Weihnachtsmärkte suchen Aushilfen für einige Wochen. Solche Verträge sind oft kurzfristige Beschäftigungen, sofern die Person anderweitig einen Hauptberuf ausübt oder studiert und die Zeitgrenzen eingehalten werden.
Kann man mehrere Saisons hintereinander arbeiten?
Ja. Viele Köche wechseln zwischen Sommersaison an der Ostsee und Wintersaison in den Alpen. Drittstaatsangehörige sollten vor jedem Wechsel prüfen lassen, ob ihr Aufenthaltstitel den neuen Arbeitgeber abdeckt.
Wo Sie diese Jobs finden
- JobJump – Jobbörse — Deutsche Jobbörse mit Saisonjobs, Erntehelfer-, Koch- und Kellnerstellen, kostenlosen Jobalarmen und Gehaltsübersichten aus Tarifverträgen.
- Make it in Germany – Beratung für Bewerber vom Westbalkan — Portal der Bundesregierung: Beratungsstellen vor Ort, Stellenangebote, Visahinweise und Sprachvorbereitung für Bewerberinnen und Bewerber aus der Westbalkanregion.
- Visaguard Berlin – Arbeitsvisum Westbalkan — Berliner Beratungsservice im Aufenthaltsrecht mit kostenpflichtigen Terminen bei einem Fachanwalt für Visa nach der Westbalkanregelung.
Offizielle und rechtliche Quellen
- Techniker Krankenkasse – Mindestlohn 2026 — Gesetzliche Krankenkasse erklärt den Mindestlohn von 13,90 Euro seit Januar 2026, 14,60 Euro ab 2027 und die Minijob-Grenze von 603 Euro.
- Beschäftigungsverordnung § 15d – Kontingentierte Beschäftigung — Verordnungstext: bis zu acht Monate in zwölf für Drittstaatsangehörige, tarifgebundener Arbeitgeber, Kontingent der Bundesagentur, Reisekosten trägt der Betrieb.
- Techniker Krankenkasse – Sachbezugswerte 2026 — Amtliche Werte 2026, die Arbeitgeber anrechnen dürfen: 285 Euro monatlich für Unterkunft und 345 Euro für gestellte Verpflegung.