travailsaisonnier.com
Emploi saisonnier · Seasonal jobs · Saisonarbeit
⌂ Startseite

Weinlese als Saisonarbeit: Anbaugebiete, Termine und Lohn

In Deutschland bedeutet Saisonarbeit bei der Weinlese, Trauben von September bis Oktober von Hand zu schneiden und zu sortieren, in einem der dreizehn Anbaugebiete wie Mosel, Pfalz oder Rheinhessen, mindestens zum gesetzlichen Mindestlohn.

Weinlese als Saisonarbeit: Anbaugebiete, Termine und Lohn

Diese Seite in anderen Sprachen : English · Français

Weinlese in Deutschland: Was machen Lesehelfer?

Lesehelferinnen und Lesehelfer schneiden die Trauben mit der Rebschere, entfernen faule Beeren und leeren ihren Eimer in eine Hotte oder Kiste. Hottenträger bringen die Ernte anschließend zum Traktor. Die sorgfältige Handlese ist für Qualitäts- und Prädikatsweine entscheidend.

In Steillagen an Mosel oder Rheingau mit oft mehr als 30 Prozent Gefälle ist maschinelle Lese unmöglich, Saisonkräfte bleiben dort unverzichtbar. In flacheren Gebieten dominieren Vollernter, doch auch dort suchen Weingüter Hilfe für Sortierung, Keller und Verpackung.

Welche Weinanbaugebiete suchen Lesehelfer?

Deutschland hat dreizehn Weinanbaugebiete. Rheinhessen und die Pfalz sind die größten, gefolgt von Baden, Württemberg und der Mosel. Franken, Nahe, Rheingau, Ahr, Mittelrhein, Saale-Unstrut, Sachsen und die Hessische Bergstraße vervollständigen die Karte der Lesejobs.

Wann beginnt die Weinlese?

Die Lese beginnt Ende August oder Anfang September mit frühen Sorten für Sekt und erreicht im September und Oktober mit Riesling und Spätburgunder ihren Höhepunkt. Spätlesen und Eiswein können die Saison in guten Jahren bis in den Dezember verlängern.

Eine kurze und intensive Saison

Eine Lese dauert je nach Größe des Weinguts drei bis acht Wochen. Das Tempo richtet sich nach Reife und Wetter: Oft entscheidet der Winzer am Vorabend, und an Regentagen ruht die Arbeit, was die Zahl der bezahlten Stunden verringert.

Wer darf bei der Weinlese mitarbeiten?

Staatsangehörige der EU, des EWR und der Schweiz arbeiten ohne Visum. Viele Familienweingüter beschäftigen außerdem Studierende, Rentnerinnen und Rentner sowie Stammkräfte, die jeden Herbst zurückkehren. Krankenversicherung und gültiger Ausweis sind dennoch vor dem ersten Lesetag erforderlich.

Möglichkeiten für Drittstaatsangehörige

Die Vermittlung von Saisonkräften aus Georgien und Moldau durch die Bundesagentur umfasst ausdrücklich auch den Weinbau. Sie erlaubt 90 Arbeitstage innerhalb von 180 Tagen bei mindestens 30 Wochenstunden, beantragt vom beschäftigenden Weingut über das Verfahren der ZAV.

Staatsangehörige der Westbalkanstaaten können die Westbalkanregelung mit Arbeitsvisum und Vorabzustimmung der Bundesagentur nutzen. Das Jahreskontingent von 50.000 ist jedoch oft vor dem Herbst ausgeschöpft und passt deshalb schlecht zu einer kurzen Weinlese.

Inhaberinnen und Inhaber eines Working-Holiday-Visums, unter anderem aus Kanada, Australien, Neuseeland oder Japan und in der Regel zwischen 18 und 30 Jahre alt, sind in den Weinbergen von Mosel und Pfalz häufig anzutreffen.

Kurzfristige Beschäftigung und 90-Tage-Grenze

Lesehelfer werden in der Regel als kurzfristig Beschäftigte ohne eigene Sozialabgaben gemeldet. Für landwirtschaftliche Betriebe gilt inzwischen eine Jahresgrenze von 15 Wochen oder 90 Arbeitstagen. Tage aus Spargel- oder Erdbeerernte im selben Jahr werden zusammengerechnet.

Krankenversicherung und Pauschalsteuer

Der Arbeitgeber kann eine pauschale Lohnsteuer von 25 Prozent oder die individuelle Lohnsteuer nach Steuerklasse anwenden. Da keine Sozialbeiträge gezahlt werden, ist ein Krankenversicherungsschutz nachzuweisen, etwa per EHIC, Bescheinigung der Heimatkasse oder private Versicherung.

Lohn und Bedingungen für Lesehelfer

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 2026 brutto 13,90 Euro pro Stunde und steigt 2027 auf 14,60 Euro. Er gilt für alle Lesehelfer in Deutschland, unabhängig von der Staatsangehörigkeit und auch dann, wenn nach Kisten abgerechnet wird.

Weingüter zahlen meist nach Stunden. Hottenträger, deren Arbeit körperlich besonders fordernd ist, erhalten mitunter einen Zuschlag. Das gemeinsame Mittagessen im Weinberg gehört zur Tradition und wird häufig kostenlos gestellt, ohne Abzug vom Lohn.

Wohnen beim Winzer

Viele Weingüter bieten Gästezimmer, Gemeinschaftsunterkünfte oder Ferienwohnungen an. Jeder Abzug muss schriftlich vereinbart sein und unter den amtlichen Sachbezugswerten 2026 bleiben: 285 Euro im Monat für Unterkunft und 345 Euro für volle Verpflegung.

Arbeitstage und Sicherheit im Steilhang

Die normale Arbeitszeit beträgt acht Stunden täglich, bei Ausgleich bis zu zehn Stunden. In Steillagen sind Wanderschuhe, Handschuhe und Schnittschutz dringend zu empfehlen; Arbeitsunfälle sind über die gesetzliche Unfallversicherung des Arbeitgebers abgedeckt.

Was eine Weinlese kostet und einbringt

Die Tabelle fasst die wichtigsten Beträge und Unterlagen für eine Lesesaison in Deutschland zusammen. Gesetzliche Werte gelten für 2026; Anreise und persönliche Ausrüstung zahlen Saisonkräfte meist selbst, sofern nichts anderes schriftlich vereinbart ist.

PostenBetrag oder UnterlageKommentar
Mindestlohn13,90 €/Std. brutto (2026)14,60 € ab 2027
Bruttoverdienst in 4 Wochenrund 2.200 € bei 40 Std./WocheVor Abzügen und Steuer
Abzug Unterkunfthöchstens 285 €/MonatSachbezugswert 2026
Abzug Vollverpflegunghöchstens 345 €/MonatMittagessen oft gratis
Pauschalsteuer25 % möglichOder Lohnsteuer nach Steuerklasse
AusrüstungSchuhe, Handschuhe, RegenkleidungRebschere meist gestellt

In 7 Schritten zum Weingut

Weingüter stellen ihre Lesemannschaft zwischen Juni und August zusammen. Wer strukturiert vorgeht, findet eine Stelle in der Wunschregion und steht nicht ohne Arbeit oder Bett da, wenn die Trauben ihre volle Reife erreichen.

  1. Ein oder zwei Anbaugebiete wählen und deren übliche Lesetermine prüfen.
  2. Ab dem Frühjahr die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, EURES und Agrarjobportale durchsuchen.
  3. Familienweingüter direkt anschreiben, möglichst auf Deutsch, mit dem verfügbaren Zeitraum.
  4. Drittstaatsangehörige prüfen ZAV-Verfahren oder Working-Holiday-Visum; der Betrieb stellt den Antrag.
  5. Stundenlohn, Unterkunft, Verpflegung, Abzüge und voraussichtliche Dauer schriftlich bestätigen lassen.
  6. Krankenversicherung, Ausweis, IBAN und Regenkleidung vorbereiten.
  7. Bis zuletzt erreichbar bleiben, denn der Lesebeginn verschiebt sich je nach Reife.

Häufige Fehler und Betrugsfälle

Die Weinlese zieht auch irreführende Angebote an, vor allem in sozialen Netzwerken. Folgende Situationen kennen Beratungsstellen für ausländische Beschäftigte und die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls aus ihren Mindestlohnprüfungen besonders gut.

Muss man für die Weinlese Deutsch sprechen?

Nein, Pflicht ist es nicht. Etwas Deutsch erleichtert aber die Arbeit auf kleinen Familienweingütern, wo meist Dialekt oder Hochdeutsch gesprochen wird. Auf größeren Betrieben sprechen Vorarbeiter oft Englisch, Polnisch oder Rumänisch und übersetzen die Anweisungen.

Kann die Unterkunft kostenlos sein?

Manche Familienweingüter stellen Kost und Logis kostenlos, um treue Lesemannschaften zu halten. Andere ziehen einen Beitrag im gesetzlichen Rahmen ab. Der genaue Betrag sollte immer schriftlich festgehalten werden, da er den Nettoverdienst der Saison stark beeinflusst.

Ist die Weinlese für Einsteiger geeignet?

Ja. Das Schneiden der Trauben lernt man an einem Vormittag. Einsteiger beginnen meist als Leser, während Hottenträger und Kellerhelfer erfahrenere oder körperlich sehr belastbare Kräfte sind, die schwere Lasten im Steilhang tragen können.

Kann man mehrere Weingüter nacheinander anfahren?

Ja. Die Termine unterscheiden sich je nach Region, vom früheren Baden bis zum späteren Sachsen. Zwei Weingüter nacheinander sind möglich, doch jeder Arbeitgeber muss die bereits geleisteten Tage kennen, damit die Jahresgrenze der kurzfristigen Beschäftigung eingehalten wird.

Wo Sie diese Jobs finden

Offizielle und rechtliche Quellen