Saisonjob Rezeption in Österreich: Front Office in Alpen- und Seehotels
Rezeptionistinnen und Rezeptionisten in der Saison empfangen Gäste und betreuen An- und Abreisen, Reservierungen und Zahlungen in einem Hotel im Skiort oder am See, für eine Winter- oder Sommersaison, als Angestellte nach der Gehaltsordnung des Kollektivvertrags für das Hotel- und Gastgewerbe.

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Was macht man an der Rezeption in der Saison?
Im Front Office werden Gäste ein- und ausgecheckt, Rechnungen erstellt, Zahlungen kassiert, Anrufe und E-Mails beantwortet und Tipps zu Pisten, Wanderungen und Ausflügen gegeben. Wünsche gehen an Housekeeping und Küche weiter; die Rezeption ist erste und letzte Anlaufstelle.
Welche Häuser suchen Personal?
Vier- und Fünfsternhotels in Tirol, im Land Salzburg und in Vorarlberg suchen jeden Winter mehrsprachige Rezeptionisten, etwa in Ischgl, Sölden, Kitzbühel, Saalbach, Obertauern und Lech. Auch Wellnesshotels und Clubanlagen stellen für den Empfang zusätzliches Personal ein.
Im Sommer gibt es viele Stellen an den Kärntner Seen, im Salzkammergut sowie in Wien, Salzburg und Innsbruck. Berggasthöfe und Ferienanlagen nehmen ebenfalls Personal für Empfang und Gruppen-Check-ins auf, vor allem in den Monaten Juli und August.
Wann sind die Saisonen?
Der Winter dauert von Anfang Dezember bis Ostern, mit Spitzen zu Weihnachten, in den Semesterferien im Februar und rund um Ostern. Der Sommer läuft von Mai oder Juni bis Ende September. Für den Winter wird meist im September und Oktober eingestellt.
Welche Aufgaben sind typisch österreichisch?
An der Rezeption werden die Gästedaten für das verpflichtende Gästeverzeichnis erfasst, die Orts- oder Kurtaxe eingehoben und oft eine Gästekarte mit Ermäßigungen oder Öffi-Nutzung ausgegeben. Im Nachtdienst gehören Kassenabschluss, Nachtaudit und Sicherheitsrundgänge dazu.
Wer darf an der Rezeption arbeiten?
EU-, EWR- und Schweizer Staatsangehörige arbeiten ohne Bewilligung. Betriebe verlangen meist sehr gutes Deutsch und gutes Englisch; Italienisch, Niederländisch oder eine osteuropäische Sprache sind ein Vorteil, je nachdem, woher die Gäste des Ortes kommen und welche Märkte das Haus bewirbt.
Wie kommen Drittstaatsangehörige zum Zug?
Über das Tourismuskontingent 2026 mit 5.500 Grundplätzen und 2.500 Plätzen für die Westbalkanstaaten. Das Hotel beantragt die Bewilligung beim AMS frühestens sechs Wochen vor Arbeitsbeginn und muss die kollektivvertragliche Entlohnung nachweisen.
Die Bewilligung gilt bis zu sechs Monate und kann auf neun Monate innerhalb von zwölf verlängert werden. EU-Bürger, registrierte Stammsaisoniers und bereits integrierte Arbeitskräfte werden im Ersatzkraftverfahren vorrangig berücksichtigt, bevor eine neue Bewilligung erteilt wird.
Ist der Stammsaisonier-Status möglich?
Ja. Wer in drei der letzten fünf Kalenderjahre jeweils mindestens drei Monate im Kontingent beschäftigt war, kann sich beim AMS registrieren. Weitere Bewilligungen gibt es dann außerhalb des Kontingents und ohne Arbeitsmarktprüfung, bis zu neun Monate im Jahr.
Welches Visum ist nötig?
Die Arbeitskraft beantragt persönlich bei der österreichischen Botschaft oder beim Konsulat ein Visum D für mehr als 90 Tage oder ein Visum C für kürzere Aufenthalte, mit der AMS-Bewilligung. Erst nach Erteilung darf die Arbeit beginnen.
Wie viel verdient man an der Rezeption?
Rezeptionisten sind Angestellte und fallen mit Lehrabschluss oder gleichwertiger Hotelfachschule in Beschäftigungsgruppe 3. Seit 1. Oktober 2026 beträgt das Mindestgehalt 2.226 Euro brutto im Burgenland, in Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark.
In Salzburg, Tirol, Vorarlberg und in der Wiener Hotellerie sind es 2.330 Euro. Eine Empfangschefin in Beschäftigungsgruppe 1 erhält in den westlichen Bundesländern mindestens 2.646 Euro. Urlaubs- und Weihnachtsgeld kommen aliquot zur Saisondauer dazu.
Wie sind die Dienstzeiten?
Der Kollektivvertrag sieht 40 Wochenstunden vor, aufgeteilt in Früh-, Spät- und manchmal Nachtdienste. Wochenend- und Feiertagsarbeit ist in der Saison üblich; Nacht- und Feiertagszuschläge müssen am Lohnzettel klar ausgewiesen sein.
Gibt es ein Personalzimmer?
In den Skiorten bringen die meisten Hotels ihr Rezeptionsteam unter, bei Führungsfunktionen oft im Einzelzimmer, und stellen die Verpflegung. Ein allfälliger Abzug muss im Dienstvertrag stehen und darf die amtlichen Sachbezugswerte nicht überschreiten.
In Städten wie Wien, Salzburg oder Innsbruck stellen Hotels dagegen nur selten Personalzimmer zur Verfügung. Wer dort eine Sommersaison an der Rezeption plant, sollte früh eine befristete Unterkunft suchen und die Miete beim Vergleich der Angebote unbedingt mit einrechnen, da sie einen großen Teil des Nettogehalts beanspruchen kann.
Gehälter und Unterlagen im Überblick
| Posten oder Unterlage | Betrag | Hinweis |
|---|---|---|
| Rezeptionist (BG 3), Ost- und Südbundesländer | 2.226 Euro brutto | Ab 1. Oktober 2026 |
| Rezeptionist (BG 3), Salzburg, Tirol, Vorarlberg | 2.330 Euro brutto | Ab 1. Oktober 2026 |
| Empfangschef (BG 1), westliche Bundesländer | 2.646 Euro brutto | Kollektivvertragliches Minimum |
| Einmalzahlung | Bis zu 275 Euro | Beschäftigt am 1. Oktober 2026 |
| Sprachzertifikate | Deutsch und Englisch | Oft beim Gespräch verlangt |
| Hotelfachausbildung | Übersetzte Kopie | Für Einstufung in BG 3 |
So bekommt man eine Stelle an der Rezeption
- Lebenslauf auf Deutsch und Englisch mit Sprachen, Hotelsoftware und Gästebetreuung vorbereiten.
- In AMS alle jobs und auf Hotel-Jobbörsen nach Rezeptionist, Front Office oder Nachtportier suchen.
- Orte wählen, deren Gäste die eigenen Fremdsprachen sprechen.
- Für den Winter ab September, für den Sommer ab März bewerben.
- Sich auf ein Videogespräch einstellen, oft teils auf Deutsch, teils auf Englisch.
- Beschäftigungsgruppe, Dienstplan und Unterkunft schriftlich festhalten.
- Als Drittstaatsangehöriger die AMS-Bewilligung abwarten und dann das Visum beantragen.
Welche Fehler sollte man vermeiden?
- Eine Einstufung als Hilfskraft im Arbeiterverhältnis akzeptieren, obwohl es eine Angestelltenstelle ist.
- Die Verteilung von Nacht- und Wochenenddiensten nicht klären.
- Die eigenen Deutschkenntnisse überschätzen: Sie werden im Gespräch geprüft.
- Auf Angebote eingehen, die Bearbeitungs- oder Visumgebühren verlangen.
- Die Zeit für den Kassenabschluss nach Dienstende nicht aufschreiben.
Häufige Fragen
Die folgenden Fragen betreffen Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland, die ihre erste Saison an einer österreichischen Rezeption planen. Die genannten Gehälter sind Mindestbeträge ab Oktober 2026 und werden in gehobenen Häusern häufig überzahlt.
Welche Fremdsprachen sind gefragt?
Neben Englisch vor allem Niederländisch, Italienisch und Sprachen aus Mittel- und Osteuropa, je nach Herkunft der Gäste. Sie ergänzen aber nur: Ohne sehr gutes Deutsch und gutes Englisch sind die Chancen auf eine Saisonstelle an der Rezeption gering.
Braucht man eine Hotelfachausbildung?
Vorgeschrieben ist sie nicht, sie entscheidet aber über die Einstufung in Beschäftigungsgruppe 3. Ohne Ausbildung ist ein Einstieg als Rezeptionsassistenz mit niedrigerem Gehalt möglich, mit Aufstieg nach ein oder zwei erfolgreichen Saisonen.
Gibt es Nachtdienste an der Rezeption?
Ja, größere Hotels beschäftigen Nachtrezeptionisten oder Nachtportiers für späte Anreisen, Sicherheit und Nachtaudit. Die kollektivvertraglichen Nachtzuschläge machen diese Stellen für Menschen attraktiv, die mit ungewohnten Zeiten gut zurechtkommen.
Kann man zur Empfangschefin aufsteigen?
Ja, nach mehreren Saisonen, mit sicherem Deutsch und guter Kenntnis des Hotelprogramms. Der Wechsel in Beschäftigungsgruppe 1 bringt Verantwortung für Team, Dienstpläne und Beschwerden und ein deutlich höheres Mindestgehalt.
Wo Sie diese Jobs finden
- AMS – alle jobs und eJob-Room — Arbeitsmarktservice: kostenlose Suche nach Rezeptionsstellen und Job-Alarm über die App.
- Hogapage – Hoteljobs in Oberösterreich — Gastro-Jobbörse mit Stellen im Front Office und Gästeservice, auch mit Saisonvertrag.
- StepStone Österreich – Saisonarbeit — Allgemeine Jobplattform mit Saisonstellen, darunter Nachtrezeption in Hotels.
Offizielle und rechtliche Quellen
- USP – Saisoniers — Unternehmensserviceportal: AMS-Bewilligung, Stammsaisoniers und Visum C oder D für Saisonkräfte aus Drittstaaten.
- WKO – Saisonkontingentverordnung 2026 — Tourismuskontingent 2026, Vorrang im Ersatzkraftverfahren und Höchstdauer der Bewilligungen.
- WKO – Gehaltsordnungen Gastronomie und Hotellerie 2026 — Mindestgehälter für Angestellte nach Beschäftigungsgruppe und Bundesland ab 1. Oktober 2026.