travailsaisonnier.com
Emploi saisonnier · Seasonal jobs · Saisonarbeit
⌂ Startseite

Erntehelfer in Österreich: Saisonarbeit in Obstgärten, Feldern und Gemüsebau

Als Erntehelfer in Österreich erntet man Erdbeeren, Kirschen, Marillen, Äpfel und Holunder, aber auch Spargel und Gemüse händisch, und zwar in Betrieben der Steiermark, Niederösterreichs und des Burgenlands mit einem befristeten Dienstvertrag nach Landarbeiter-Kollektivvertrag.

Erntehelfer in Österreich: Saisonarbeit in Obstgärten, Feldern und Gemüsebau

Diese Seite in anderen Sprachen : English · Français

Was macht ein Erntehelfer in Österreich?

Erntehelferinnen und Erntehelfer pflücken, sortieren und verpacken Obst und Gemüse für Ab-Hof-Verkauf, Genossenschaften oder Verarbeitungsbetriebe. Gearbeitet wird stehend oder gebückt, oft ab dem frühen Morgen wegen der Hitze, mit schweren Kisten und einer genau beobachteten Tagesleistung.

Wo liegen die Obstgärten und Felder?

Die Steiermark, vor allem die Oststeiermark rund um Gleisdorf, Weiz und Feldbach, ist das Apfelland Österreichs und baut auch viel Holunder an. Die Wachau und die Gegend um Krems sind für die Marille bekannt, deren Ernte nur wenige Sommerwochen dauert.

Das Marchfeld östlich von Wien ist das wichtigste Gebiet für Spargel und Feldgemüse. Im Seewinkel im Burgenland wachsen frühes Gemüse und Obst, Erdbeeren werden in vielen Betrieben Niederösterreichs, Oberösterreichs und der Steiermark gepflückt, häufig für Selbstpflücker und Ab-Hof-Verkauf.

Wann wird geerntet?

Spargel wird von April bis Ende Juni gestochen, Erdbeeren vor allem im Mai und Juni, Kirschen im Juni und Wachauer Marillen im Juli. Steirische Äpfel werden von August bis Oktober geerntet, Holunder Ende August und im September, Gemüse bis in den November.

Welche Voraussetzungen zählen?

Gesucht werden belastbare, pünktliche Leute, die die ganze Ernte über bleiben, auch samstags. Erfahrung in der Landwirtschaft hilft, ist aber kein Muss. Mit Führerschein und Erfahrung am Traktor oder Stapler kommt man leichter an besser bezahlte Tätigkeiten.

Wer darf als Erntehelfer arbeiten?

Bürgerinnen und Bürger der EU, des EWR und der Schweiz arbeiten ohne Bewilligung. Viele Erntehelfer kommen aus Ungarn, Rumänien, der Slowakei oder Kroatien. Der Betrieb muss sie vor Arbeitsbeginn bei der ÖGK anmelden, auch wenn die Ernte nur wenige Wochen dauert.

Wie funktioniert das Kontingent in der Landwirtschaft?

Drittstaatsangehörige kommen über das Kontingent für Land- und Forstwirtschaft, das 2026 in bisheriger Höhe bleibt. Das eigene Erntehelfer-Kontingent mit sechswöchigen Bewilligungen wurde abgeschafft; seine 119 Plätze flossen ins reguläre Kontingent, das in Spitzenmonaten um 30 Prozent überschritten werden darf.

Der Betrieb beantragt beim AMS die Beschäftigungsbewilligung, frühestens sechs Wochen vor Arbeitsbeginn. Sie gilt bis zu sechs Monate, kann auf neun Monate innerhalb von zwölf verlängert werden und erlischt, wenn die Arbeit nicht binnen sechs Wochen ab Beginn aufgenommen wird.

Was bringt der Status als Stammsaisonier?

Wer in mindestens drei der letzten fünf Kalenderjahre jeweils mindestens drei Monate in der Land- und Forstwirtschaft gearbeitet hat, kann sich als Stammsaisonier registrieren. Dann gibt es Bewilligungen außerhalb des Kontingents, später ist sogar eine Rot-Weiß-Rot-Karte mit zwei Saisonen zu je sieben Monaten und Deutsch A2 möglich.

Wie bekommt man das Visum?

Mit der Bewilligung beantragt die Arbeitskraft persönlich bei der österreichischen Botschaft oder beim Konsulat ein Visum D, bei weniger als 90 Tagen ein Visum C. Bewährte Saisoniers können ein mehrjähriges Visum C mit bis zu fünf Jahren Gültigkeit erhalten.

Wie viel verdient ein Erntehelfer?

Der Lohn richtet sich nach dem landwirtschaftlichen Kollektivvertrag des jeweiligen Bundeslandes. In der Steiermark sah der Ende 2024 verhandelte bäuerliche KV für 2025 bei Hilfskräften 1.864,73 Euro brutto im Monat und bei nichtständigen Stundenlöhnern 10,76 Euro pro Stunde vor.

Der Stundenlohn ergibt sich aus dem Monatslohn geteilt durch 173,3. Dazu kommen aliquotes 13. und 14. Gehalt und bezahlter Urlaub. Manche Betriebe zahlen Akkord, etwa pro Kilo Spargel, der kollektivvertragliche Mindeststundenlohn muss aber trotzdem erreicht werden.

Arbeitszeit und Dienstvertrag

Der Dienstvertrag ist befristet und muss Lohn, Dauer, Arbeitsort und Unterkunft festhalten. Der Arbeitstag beginnt oft gegen sechs Uhr. Überstunden werden mit Zuschlag bezahlt, und Pausen dürfen nicht als bezahlte Arbeitszeit verbucht werden, wenn sie in Wahrheit unbezahlt bleiben.

Wie wird die Unterkunft geregelt?

Viele Betriebe bringen Erntehelfer direkt am Hof unter, in Mehrbettzimmern oder ausgebauten Containern. In der Steiermark wurde die freie Station 2025 mit 196,20 Euro pro Monat bewertet; das ist die Obergrenze für den Abzug, die man am Lohnzettel kontrollieren sollte.

Kosten und Unterlagen im Überblick
PostenBetrag oder UnterlageHinweis
Hilfskraft (Steiermark)1.864,73 Euro brutto pro MonatBäuerlicher KV 2025
Nichtständiger Stundenlöhner (Steiermark)10,76 Euro brutto pro StundeBäuerlicher KV 2025
Freie Station196,20 Euro pro MonatSteirischer Wert 2025
BeschäftigungsbewilligungFür Arbeitskraft kostenlosAntrag durch den Betrieb
Schengen-Visum C90 EuroAufenthalt unter 90 Tagen
AusrüstungHandschuhe, Schuhe, RegenkleidungVor der Abreise besorgen

So findet man eine Stelle als Erntehelfer

  1. Kultur und Zeitraum festlegen: Spargel im Frühjahr, Erdbeeren und Marillen im Sommer, Äpfel im Herbst.
  2. In der AMS-Suchmaschine alle jobs nach Erntehelfer oder Erntearbeit suchen.
  3. Betriebe und Obstbaugenossenschaften direkt kontaktieren, am besten schon ab Februar.
  4. Stundenlohn, Dauer, Unterkunft und Abzüge schriftlich bestätigen lassen.
  5. Als Drittstaatsangehöriger den Betrieb die Bewilligung beim AMS beantragen lassen.
  6. Visum besorgen und nach der Ankunft die ÖGK-Anmeldung vor Arbeitsbeginn prüfen.
  7. Während der ganzen Saison eigene Aufzeichnungen über Stunden und Erntemengen führen.

Welche Fallen sollte man meiden?

Häufige Fragen

Diese Antworten betreffen die häufigsten Situationen ausländischer Erntehelfer in Österreich. Die Beträge unterscheiden sich je nach Bundesland und werden jedes Jahr neu verhandelt, daher sollte man vor der Unterschrift immer den KV der Region prüfen.

Ist Akkordlohn erlaubt?

Ja, Bezahlung pro Stück oder pro Kilo ist zulässig, darf aber den kollektivvertraglichen Mindeststundenlohn nicht unterschreiten. Reicht die Leistung dafür nicht aus, muss der Betrieb für jede tatsächlich gearbeitete Stunde auf den Mindestlohn aufzahlen.

Geht Erntearbeit auch ohne Deutschkenntnisse?

Ja, die meisten Partien arbeiten mit einfachen Anweisungen und mehrsprachigen Vorarbeitern. Trotzdem hilft etwas Deutsch, und den Vertrag liest man am besten mit einer Beratungsstelle wie Sezonieri durch, die in dreizehn Sprachen informiert, darunter Rumänisch und Ungarisch.

Wie lange dauert eine Saison?

Das hängt von der Kultur ab: einige Wochen bei Erdbeeren oder Marillen, zwei bis drei Monate bei Spargel oder Äpfeln. Betriebe bevorzugen Leute, die bis zum Schluss bleiben, und wer mehrere Ernten kombiniert, kann von April bis Oktober arbeiten.

Was tun, wenn der Lohn nicht bezahlt wird?

Dienstvertrag, Stundenaufzeichnungen und Lohnzettel sammeln und sich an die Landarbeiterkammer des Bundeslandes oder an Sezonieri wenden, wo die Beratung kostenlos und anonym ist. Landwirtschaftliche Kollektivverträge sehen oft kurze Verfallsfristen vor, daher rasch handeln.

Wo Sie diese Jobs finden

  • AMS – alle jobs und eJob-Room — Arbeitsmarktservice: kostenlose Suche nach Stellen als Erntehelfer und Job-Alarm über die AMS-App.
  • AMS Burgenland – alle jobs — AMS-Infos zur Suchmaschine alle jobs mit über 140.000 Stellen, ohne Registrierung nutzbar.
  • Sezonieri (EURES) — Kampagne für die Rechte von Erntearbeiterinnen und Erntearbeitern mit kostenloser Beratung in dreizehn Sprachen.

Offizielle und rechtliche Quellen