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Saisonarbeit in Österreich: Skigebiete, Seen und Erntearbeit

Österreich beschäftigt jedes Jahr zehntausende Saisonkräfte in den Skigebieten Tirols und Salzburgs, an den Kärntner Seen und im Salzkammergut sowie bei der Obst-, Gemüse- und Weinernte im Osten des Landes, vor allem in Niederösterreich, im Burgenland und in der Steiermark.

Saisonarbeit in Österreich: Skigebiete, Seen und Erntearbeit

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Wie sieht eine Saison in Österreich aus?

Der alpine Tourismus prägt den Arbeitsmarkt für Saisoniers. Hotels, Hütten und Bergrestaurants, Seilbahnen und Skischulen stellen vor dem Winter in großer Zahl ein, während Seen und Städte von Mai bis Oktober eine zweite Welle an Personalbedarf auslösen, wenn Wander- und Badegäste kommen.

Die Landwirtschaft ist die zweite Säule. Im Marchfeld und im Seewinkel wachsen Spargel und Gemüse, die Steiermark führt bei Äpfeln und Holunder, die Wachau ist für ihre Marillen bekannt, und die Weinbaugebiete in Niederösterreich, im Burgenland, in der Steiermark und in Wien brauchen im Herbst Lesehelfer.

Welche Regionen suchen am meisten Personal?

Im Winter bündeln Tirol (Zillertal, Ötztal, Paznaun, Kitzbühel, Arlberg), das Land Salzburg (Saalbach, Obertauern, Gastein, Zell am See-Kaprun), Vorarlberg (Lech, Montafon) und die Steiermark rund um Schladming den Großteil der offenen Stellen in Hotellerie und Gastronomie, meist mit Personalunterkunft.

Im Sommer verlagert sich der Bedarf an die Kärntner Seen (Wörthersee, Millstätter See, Ossiacher See), ins Salzkammergut sowie nach Wien, Salzburg und Innsbruck. Betriebe in Niederösterreich, im Burgenland und in der Steiermark suchen je nach Kultur zwischen April und November Erntehelfer.

Wann beginnen die Saisonen?

Die Wintersaison läuft meist von Anfang Dezember bis Ostern, mit Spitze zwischen Weihnachten und Februar; Verträge werden großteils im September und Oktober fixiert. Die Sommersaison dauert von Mai oder Juni bis Ende September, an den Seen und in den Tälern teils bis Oktober.

In der Landwirtschaft wird Spargel von April bis Juni gestochen, Erdbeeren reifen im Mai und Juni, Marillen im Juli, steirische Äpfel von August bis Oktober, und die Weinlese findet hauptsächlich von September bis Ende Oktober statt, abhängig vom Jahrgang.

Welche Jobs werden angeboten?

Am häufigsten gesucht werden Kellnerinnen und Kellner, Commis und Köche, Abwäscher, Stubenmädchen und Zimmerpersonal, Rezeptionistinnen, Barkeeper, Liftpersonal, Skilehrer sowie Erntehelfer und Lesehelfer. Im Service und an der Rezeption ist Deutsch meist Voraussetzung, in Küche und Feld seltener.

Wer darf in Österreich als Saisonkraft arbeiten?

Staatsangehörige der EU, des EWR und der Schweiz genießen Arbeitnehmerfreizügigkeit und brauchen keine Beschäftigungsbewilligung. Der Dienstgeber muss sie vor Arbeitsantritt bei der ÖGK anmelden, und sie müssen nach der Ankunft ihren Wohnsitz bei der Gemeinde melden.

Wie funktioniert das Saisonkontingent?

Drittstaatsangehörige kommen über das jährlich per Verordnung festgelegte Saisonkontingent. Für 1. Dezember 2025 bis 30. November 2026 stehen im Tourismus 5.500 Grundplätze zur Verfügung, dazu 2.500 eigene Plätze für Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien.

Der Dienstgeber beantragt beim AMS eine Beschäftigungsbewilligung, frühestens sechs Wochen vor Arbeitsbeginn. Sie gilt bis zu sechs Monate und kann auf neun Monate innerhalb von zwölf verlängert werden, sofern Ersatzkraftverfahren, geeignete Unterkunft und kollektivvertragliche Entlohnung passen.

Was ist ein Stammsaisonier?

Wer in mindestens drei der letzten fünf Kalenderjahre jeweils mindestens drei Monate im Rahmen von Kontingenten beschäftigt war, kann sich beim AMS als Stammsaisonier registrieren lassen. Danach gibt es Bewilligungen außerhalb des Kontingents und ohne Arbeitsmarktprüfung, bis zu neun Monate pro Jahr.

Welches Visum ist nötig?

Liegt die AMS-Bewilligung vor, beantragt die Arbeitskraft persönlich bei der österreichischen Vertretungsbehörde ein Visum D für mehr als 90 Tage oder ein Schengen-Visum C für kürzere Aufenthalte. Gearbeitet werden darf erst nach Visumerteilung, ein Familiennachzug ist ausgeschlossen.

Wie viel verdient man und welche Bedingungen gelten?

Österreich kennt keinen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn; die Kollektivverträge legen die Mindestlöhne fest. Im Hotel- und Gastgewerbe gelten seit 1. Oktober 2026 für Hilfskräfte in Lohngruppe 5 monatlich 2.096,50 Euro brutto und in Lohngruppe 4 2.153 Euro.

Ein ausgelernter Koch oder eine Restaurantfachkraft in Lohngruppe 3 erhält etwa in Salzburg 2.232 Euro und in Oberösterreich 2.304 Euro, Angestellte an der Rezeption je nach Bundesland 2.226 bis 2.330 Euro. Dazu kommen Urlaubs- und Weihnachtsgeld aliquot.

Arbeitszeit und Dienstvertrag

Saisonverträge sind befristet und beginnen mit einem Probemonat. Der Kollektivvertrag geht von einer 40-Stunden-Woche aus; Überstunden werden mit Zuschlag bezahlt, und Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge müssen auf dem Lohnzettel ausgewiesen werden, ebenso wie allfällige Abzüge.

In der Landwirtschaft gilt in jedem Bundesland ein eigener Kollektivvertrag. In der Steiermark sah der bäuerliche KV 2025 für Hilfskräfte 1.864,73 Euro brutto im Monat und für nichtständige Stundenlöhner 10,76 Euro pro Stunde vor, jeweils mit 13. und 14. Gehalt.

Gibt es eine Unterkunft?

Die meisten Hotels in den Skiorten bieten Kost und Logis, oft im Mehrbettzimmer. Abzüge dürfen die amtlichen Sachbezugswerte nicht überschreiten; in der steirischen Landwirtschaft wurde die freie Station 2025 mit 196,20 Euro im Monat bewertet, ein brauchbarer Richtwert für den Vergleich.

Kosten und Unterlagen im Überblick
PostenBetrag oder UnterlageHinweis
Hilfskraft Gastgewerbe (LG 5)2.096,50 Euro brutto pro MonatAb 1. Oktober 2026
Koch oder Restaurantfachkraft (LG 3)2.232 bis 2.304 Euro bruttoJe nach Bundesland
Landarbeiter-Hilfskraft (Steiermark)1.864,73 Euro brutto pro MonatBäuerlicher KV 2025
Schengen-Visum C90 Euro GebührDrittstaatsangehörige
BeschäftigungsbewilligungAntrag durch DienstgeberBis zu sechs Monate je Bewilligung
ÖGK-AnmeldungVor ArbeitsantrittPflicht des Dienstgebers

So findet man einen Saisonjob in Österreich

  1. Saison und Region wählen und den eigenen Status klären: EU- oder EWR-Bürger oder Drittstaatsangehöriger.
  2. Lebenslauf auf Deutsch mit Foto, Sprachkenntnissen und überprüfbaren Referenzen vorbereiten.
  3. In der AMS-Suchmaschine alle jobs, im eJob-Room und auf Gastro-Jobbörsen suchen.
  4. Für den Winter ab September, für Sommer und Ernte ab Februar oder März bewerben.
  5. Auf einem schriftlichen Dienstzettel mit Lohngruppe, Arbeitszeit, Unterkunft und Abzügen bestehen.
  6. Als Drittstaatsangehöriger die AMS-Bewilligung abwarten und dann das Visum persönlich beantragen.
  7. Nach der Ankunft die ÖGK-Anmeldung prüfen und den Wohnsitz binnen drei Tagen melden.

Typische Fehler und Betrugsmaschen

Häufige Fragen

Die folgenden Antworten fassen zusammen, was Bewerberinnen und Bewerber aus der EU und aus Drittstaaten am häufigsten wissen wollen. Sie ersetzen nicht die offiziellen Texte, die sich jede Saison ändern können und vor der Anreise geprüft werden sollten.

Muss man Deutsch können?

Nicht immer. In Küche, Housekeeping oder auf dem Feld reichen oft Grundkenntnisse. Im Service, an der Bar und an der Rezeption wird meist gutes Deutsch verlangt, Englisch ist in internationalen Orten wie Ischgl, Sölden oder Saalbach ein klarer Vorteil.

Können Studierende eine Sommersaison machen?

Ja, als volljährige EU-Bürger für die meisten Stellen im Gastgewerbe; Sommerverträge laufen oft von Juni bis September. Studierende aus Drittstaaten unterliegen weiterhin dem Kontingent, sofern nicht ein eigenes Abkommen wie ein Working-Holiday-Programm für ihre Staatsangehörigkeit gilt.

Kann man während der Saison den Betrieb wechseln?

EU-Bürger können unter Einhaltung der Kündigungsfrist kündigen und anderswo anfangen. Für Drittstaatsangehörige ist die Bewilligung an den Dienstgeber gebunden; ein Wechsel setzt eine neue Beschäftigungsbewilligung voraus, die der neue Betrieb beim AMS beantragt.

Ist der Lohn überall in Österreich gleich?

Nein. Die Lohngruppen 4 und 5 im Gastgewerbe sind bundesweit einheitlich, Fachkräfte verdienen je nach Bundesland unterschiedlich, und Wien hat eigene Tabellen für Hotellerie sowie Gastronomie und Kaffeehäuser. In der Landwirtschaft verhandelt jedes Bundesland eigene Löhne.

Wo Sie diese Jobs finden

  • AMS – alle jobs und eJob-Room — Arbeitsmarktservice Österreich: kostenlose Suchmaschine alle jobs, Job-App und die Stellenbörse eJob-Room.
  • AMS Burgenland – alle jobs — AMS-Information zur Suchmaschine mit über 140.000 Stellen aus mehr als 70 Quellen, ohne Registrierung nutzbar.
  • Hogapage – Hoteljobs in Tirol — Jobbörse für Hotellerie und Gastronomie mit Stellen in Tiroler Hotels: Rezeption, Service, Küche und Housekeeping.
  • Sezonieri (EURES) — Kampagne für Erntearbeiterinnen und Erntearbeiter: mehrsprachige Infos und kostenlose Beratung zu Lohn und Rechten.

Offizielle und rechtliche Quellen